Umwelt UN

Weltbodentag

Der Weltbodentag am 5. Dezember geht auf die Internationale Bodenkundliche Union zurück, seit 2014 ist er ein UN-Tag. Im deutschsprachigen Raum wird an diesem Datum der Boden des Jahres vorgestellt – 2026 ist es der Archivboden.

Titelkarte: Weltbodentag, 5. Dezember
Auf einen Blick
Datum5. Dezember 2026
Ausgerufen vonVereinte Nationen
ResolutionA/RES/68/232
ArtInternationaler Aktionstag
Tag im Jahr339 von 365
WochentagSamstag

Der Weltbodentag fällt jedes Jahr auf den 5. Dezember, 2026 auf einen Samstag. Die Vereinten Nationen haben ihn im Dezember 2013 mit der Resolution 68/232 offiziell ausgerufen. Der Tag macht auf eine Ressource aufmerksam, die sich im menschlichen Zeitmaß kaum erneuert. Im deutschsprachigen Raum wird an diesem Datum zudem der „Boden des Jahres“ vorgestellt.

Die Zahl
95 Prozent
unserer Lebensmittel stammen aus dem Boden. Neu gebildet wird er extrem langsam: Für zwei bis drei Zentimeter können bis zu 1.000 Jahre vergehen. Quelle: Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), Seite zum Weltbodentag.

Warum es diesen Tag gibt

Die Idee kommt aus der Wissenschaft. Die Internationale Bodenkundliche Union (IUSS) beschloss den Aktionstag auf ihrem 17. Weltkongress im August 2002 in Bangkok. So hält es das österreichische Landwirtschaftsministerium fest.

Im Dezember 2013 folgte die UN-Generalversammlung. Mit der Resolution 68/232 erklärte sie den 5. Dezember zum Weltbodentag und 2015 zum Internationalen Jahr des Bodens. Nach Angaben der FAO ist er seit 2014 ein offizieller internationaler Tag, unter Führung Thailands. Die FAO unterstützt die Umsetzung im Rahmen ihrer Globalen Bodenpartnerschaft. Ihr Motto für 2025 lautete „Healthy Soils for Healthy Cities“, gesunde Böden für gesunde Städte. Das Umweltbundesamt spricht auch vom „Internationalen Tag des Bodens“.

Worum es geht

Boden entsteht über Jahrtausende und geht in kurzer Zeit verloren. Das Schweizer Bundesamt für Umwelt (BAFU) beschreibt den Weg im Mittelland: Die Gletscher hinterließen dort vor 12.000 Jahren Geröllhalden. Darauf bildet sich zunächst ein kaum millimeterdicker Flechtenbelag. Bis zu einer Braunerde, auf der Nahrungsmittel wachsen können, dauert es mehrere Jahrtausende. Ein Drittel der Böden weltweit ist nach Angaben der FAO degradiert. Weil fast alle Nahrung aus dem Boden kommt, hängt das Thema eng mit dem Welternährungstag am 16. Oktober zusammen.

Auch was mit versiegeltem Boden geschieht, beschreibt das BAFU. Unter dauerhaft versiegelten Flächen aus Asphalt oder Beton sterben die Bodenlebewesen innerhalb kurzer Zeit ab, die Bodenstruktur zerfällt. Entsiegelte Böden gewinnen nur einen Teil ihrer Sickerfähigkeit zurück. Aus einer Straße lässt sich laut BAFU kein Acker zurückgewinnen: Die ursprüngliche Bodenqualität ist unwiederbringlich verloren.

Die Zahl
51 Hektar
kamen in Deutschland im Mittel der Jahre 2020 bis 2023 jeden Tag an Siedlungs- und Verkehrsfläche hinzu. Das sind rund 2 Hektar mehr als im Zeitraum 2019 bis 2022. Ziel der Bundesregierung sind weniger als 30 Hektar pro Tag bis 2030. Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 286 vom 5. August 2025.

Flächenverbrauch ist nicht gleich Versiegelung

Die hier genannten Zahlen aus den drei Ländern lassen sich nicht einfach nebeneinanderstellen. Sie messen verschiedene Dinge.

Die 51 Hektar für Deutschland beziehen sich auf die Siedlungs- und Verkehrsfläche. Sie darf laut Destatis nicht mit versiegelter Fläche gleichgesetzt werden. Dazu gehören auch Hausgärten, Grünanlagen, Spielplätze und Friedhöfe. Die Zahl beschreibt also nicht 51 Hektar Asphalt pro Tag. Insgesamt machen Siedlungs- und Verkehrsflächen 14,6 Prozent der Fläche Deutschlands aus.

Für Österreich werden beide Größen getrennt ausgewiesen. Die Flächeninanspruchnahme lag laut dem Monitoring der Österreichischen Raumordnungskonferenz (ÖROK) von 2022 bis 2025 bei rund 6,5 Hektar pro Tag, meldet das Landwirtschaftsministerium. Von 2019 bis 2022 waren es noch 10,9 Hektar. Die Bevölkerung wuchs von 2022 bis 2025 um 2,4 Prozent, die beanspruchte Fläche nur um 1,3 Prozent. Pro Kopf sank sie von 625 auf 618 Quadratmeter. Versiegelt war 2022 gut die Hälfte der in Anspruch genommenen Fläche, genau 52,8 Prozent. Bei rund 6,5 Hektar Flächeninanspruchnahme ergäbe das nach Einschätzung des österreichischen Umweltbundesamts rund 3,4 Hektar Versiegelung pro Tag, berichtet KOMMUNAL. Von den neu beanspruchten Flächen seit 2022 entfielen rund 5.320 Hektar auf Siedlungen und 877 Hektar auf Verkehrsflächen.

Wie Mobilität nachhaltiger werden kann, ist Thema des Welttags für nachhaltigen Verkehr am 26. November.

Für die Schweiz nennt das BAFU direkt die versiegelte Fläche. Sie nimmt nach seinen Angaben vom Dezember 2023 jährlich um fast 18 Quadratkilometer zu. Das ist mehr als ein halber Quadratmeter pro Sekunde. Mehr als die Hälfte der neu versiegelten Böden trug vorher Gras- oder Krautvegetation, zeigt eine Auswertung der Arealstatistik.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz

In Deutschland kürt das Kuratorium Boden des Jahres am Weltbodentag den Boden für das Folgejahr. Das Gremium der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft, des Bundesverbands Boden und des Ingenieurtechnischen Verbands für Altlastenmanagement und Flächenrecycling besteht seit 2004. Das Umweltbundesamt unterstützt das Gremium. Den Anfang machte die Schwarzerde als Boden des Jahres 2005.

Am 5. Dezember 2025 wurde in der Landesvertretung Hessen in Berlin der Archivboden zum Boden des Jahres 2026 gekürt. Archivböden bewahren Spuren früherer Klimaphasen, der Landschaftsentwicklung und menschlicher Nutzung, so die Pressemitteilung der GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung. Beispiele aus Hessen sind Kohlenmeilerböden, Relikte der historischen Köhlerei, und Moorböden. Dazu kommen Ferralitböden im westlichen Vogelsberg. Sie entstanden aus verwittertem Basalt und zeugen von subtropischem Klima vor etwa 15 Millionen Jahren. In Bayern wählt das Landesamt für Umwelt nach der bundesweiten Kür einen bayerischen Vertreter. Außerdem werden dort Institutionen, Vereine oder Personen geehrt, die sich um den Boden verdient gemacht haben.

In Österreich hat sich die Österreichische Bodenkundliche Gesellschaft Ende 2007 dem Trägerkreis der Aktion angeschlossen, wie sie auf ihrer Website schreibt.

Für Deutschland und Österreich gilt zudem neues EU-Recht: die Richtlinie (EU) 2025/2360 vom 12. November 2025 zur Bodenüberwachung und für Bodenresilienz. Ihr langfristiges Ziel sind gesunde Böden in der EU bis 2050. Die Mitgliedstaaten haben laut deutschem Umweltbundesamt drei Jahre Zeit, sie in nationales Recht umzusetzen.

In der Schweiz gilt die EU-Richtlinie nicht. Dort hat der Bundesrat 2020 die Bodenstrategie Schweiz beschlossen: Ab 2050 soll netto kein Boden mehr verbraucht werden. Seit 2011 führt auch die Bodenkundliche Gesellschaft der Schweiz eine Aktion „Boden des Jahres“ durch. Eine Arbeitsgruppe wählt den Boden zu Jahresbeginn aus. Seine Vorstellung am 5. Dezember stimmt die Gesellschaft nach Möglichkeit mit anderen Organisationen ab. Für 2026 ist es ebenfalls der Archivboden.

Das Schweizer Beispielprofil stammt aus Lausanne-Prés-de-Vidy am Genfer See und zeigt 14 Horizonte in sechs Hauptschichten. Ganz unten liegen Ablagerungen des sich zurückziehenden Rhonegletschers. Darüber folgt ein Boden mit Funden aus der Mittelsteinzeit, noch vor der Sesshaftwerdung des Menschen. Zwischen Jungsteinzeit und Eisenzeit wurde die Gegend gerodet, mächtige Schichten abgeschwemmten Bodenmaterials lagerten sich ab. Darüber liegen die dunklen Schichten einer römischen Nekropole, die im Fokus der laufenden Grabung steht.

Was man tun kann

  • Das Programm zum Boden des Jahres nutzen: Unter dem Motto „Da steckt Geschichte drin“ gibt es 2026 in Hessen zahlreiche Veranstaltungen zum Archivboden. Viele davon richten sich laut GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung speziell an Kinder, Schulen und Familien.
  • In Österreich die eigene Gemeinde nachschlagen: Ein Flächendashboard zeigt laut Landwirtschaftsministerium die Daten zur Flächeninanspruchnahme auch für einzelne Gemeinden.
  • Beim Bauen und Sanieren Fläche sparen: Das BAFU empfiehlt, bestehende Bauten zu erhalten, Dachgeschosse auszubauen oder aufzustocken und wo möglich auf undurchlässige Beläge zu verzichten.
  • Für Einfahrten und Stellplätze halbdurchlässige Beläge wie Rasengittersteine wählen. Sie können laut BAFU gewisse Bodenfunktionen erhalten.
  • Eine eigene Veranstaltung anmelden: Auf der Seite der FAO lassen sich Aktionen zum Weltbodentag auf einer weltweiten Karte eintragen.

Der Weltbodentag ist älter als seine UN-Anerkennung und im deutschsprachigen Raum fest mit dem Boden des Jahres verbunden. Am selben Datum begehen die Vereinten Nationen auch den Internationalen Tag des Ehrenamtes, einen Tag später folgt der Nikolaustag. Weitere Gedenk- und Aktionstage stehen im Kalender für Dezember.

Verwandte Tage

· Wie wir prüfen