Tag des Programmierers
Der Tag des Programmierers fällt auf den 256. Tag des Jahres, in gewöhnlichen Jahren also auf den 13. September. Er stammt aus Russland und wurde 2009 per Verordnung eingeführt – 256 ist die Zahl der Werte eines Bytes.
| Datum | 13. September 2027 |
|---|---|
| Regel | 256. Tag des Jahres |
| Ausgerufen von | nicht dokumentiert |
| Art | Internationaler Aktionstag |
| Tag im Jahr | 256 von 365 |
| Wochentag | Montag |
Der Tag des Programmierers fällt auf den 256. Tag des Jahres – 2026 ist das der 13. September. Er stammt aus Russland, wo ihn Präsident Dmitri Medwedew am 11. September 2009 per Verordnung einführte. Das Datum ist kein Jahrestag, sondern eine Rechnung.
Warum es diesen Tag gibt
Vorgeschlagen haben ihn zwei Mitarbeiter eines russischen Softwareunternehmens, Valentin Balt und Michail Tscherwjakow. Das russische Ministerium für Kommunikation und Medien verabschiedete am 24. Juli 2009 den Entwurf einer Verordnung, und am 11. September 2009 unterzeichnete der damalige Präsident Dmitri Medwedew sie.
Damit ist der Tag etwas Seltenes: ein Aktionstag für einen Beruf, der von einem Staatsoberhaupt per Erlass eingeführt wurde. Er ist ein beruflicher Gedenktag, kein arbeitsfreier Feiertag – Russland kennt eine ganze Reihe davon, für Bergleute, Lehrer, Ärzte.
Und obwohl der Tag international zirkuliert und in vielen Kalendern steht, bleibt Russland der einzige Staat, der ihn offiziell anerkennt. Das gehört zur Ehrlichkeit dieses Eintrags: Es ist ein russischer Berufsgedenktag, den der Rest der Welt übernommen hat, weil die Begründung so gut ist.
Worum es geht: warum ausgerechnet 256
Die Zahl ist der ganze Witz, und sie funktioniert auf drei Ebenen.
256 ist 2 hoch 8. Acht Bit ergeben ein Byte, und ein Byte kann genau 256 verschiedene Zustände annehmen. Wer je mit Farbwerten, Zeichensätzen oder Netzwerkadressen gearbeitet hat, kennt die Zahl auswendig.
256 ist die größte Zweierpotenz unter 365. Es gibt also keinen späteren Tag im Jahr, der sich für die Anspielung besser eignen würde – 512 wäre schon im nächsten Jahr.
Und 256 verschiebt sich. In gewöhnlichen Jahren ist der 256. Tag der 13. September, in Schaltjahren der 12. Das ist kein Fehler im Kalender, sondern das Verhalten, das jede Datumsberechnung beherrschen muss – und der Grund, warum ein Programmierertag, der auf einem festen Datum läge, seinen eigenen Witz verfehlen würde.
Zum Vergleich lohnt der Blick auf einen anderen Termin dieses Kalenders: Der Internationale Sudoku-Tag liegt auf dem 9.9., weil das Gitter neun mal neun Felder hat. Beide Tage leiten ihr Datum aus ihrem Gegenstand ab. Nur rechnet der eine, und der andere zählt.
Ein Beruf ohne feste Grenzen
Was der Tag eigentlich meint, ist unschärfer, als der Name nahelegt.
„Programmierer“ war einmal eine Tätigkeitsbeschreibung: Jemand schreibt Code. Heute steht dahinter ein Feld mit sehr verschiedenen Berufen – Softwareentwicklung, Systemadministration, Datenanalyse, IT-Sicherheit, Testautomatisierung –, die sich in Ausbildung und Alltag kaum ähneln.
Wer den Tag begehen will, hat also die Wahl zwischen einer Zahlenspielerei und einem Berufsfeld, das unter einem Namen zusammengefasst wird, den kaum jemand darin noch für sich verwendet.
In Deutschland, Österreich und der Schweiz
In keinem der drei Länder gibt es einen offiziellen Tag des Programmierers. Der 13. September wird hier von Unternehmen, IT-Medien und Hochschulen aufgegriffen, nicht von einer Behörde oder einem Berufsverband.
Einen eigenen Anlass hätte jedes der drei allerdings, denn die Geschichte des Programmierens ist im deutschsprachigen Raum ungewöhnlich dicht besetzt.
In Deutschland stellte Konrad Zuse 1941 in Berlin die Z3 fertig – den ersten programmgesteuerten, funktionsfähigen Rechner, ganz aus Relais gebaut. Die Maschine wurde im Dezember 1943 bei einem Luftangriff auf Berlin zerstört; erhalten ist nur ein späterer Nachbau. Zuse entwarf 1944/45 außerdem den Plankalkül, der als erste höhere Programmiersprache gilt: mit Prozeduren, strukturierten Daten, Bedingungen und Schleifen – Jahre bevor es Rechner gab, auf denen er hätte laufen können.
In Österreich baute Heinz Zemanek mit seinem Team an der TU Wien von 1956 bis 1958 das Mailüfterl, den ersten volltransistorisierten Rechner des europäischen Festlands. Die 3.000 Transistoren dafür waren eine Spende von Philips. Der Name ist ein Wiener Witz auf Kosten der amerikanischen Großrechner: gegen deren „Whirlwind“ sei die Wiener Maschine eben nur ein Mailüfterl.
In der Schweiz lehrte Niklaus Wirth von 1968 bis 1999 an der ETH Zürich. Er entwickelte 1970 Pascal, eine Sprache, die den Programmierunterricht weltweit über Jahrzehnte prägte, und erhielt 1984 den Turing Award – bis heute der einzige deutschsprachige Informatiker, dem das gelungen ist.
Das aktuelle Thema ist ein anderes: der Personalmangel. Der Branchenverband Bitkom erhebt regelmäßig die Zahl der unbesetzten IT-Stellen in Deutschland; sie stieg von 39.000 im Jahr 2013 auf 149.000 im Jahr 2023. Vergleichbare Zahlen für alle drei Länder gibt es nicht, weil jede Stelle anders erhebt – deshalb steht hier nur die deutsche.
Was man tun kann
- Den 256. Tag selbst ausrechnen. In Schaltjahren fällt er auf den 12. September. Wer das falsch im Kalender stehen hat, hat den Witz nicht verstanden.
- Nicht nur an Entwickler denken. Systemadministration, Support und Sicherheit halten den Betrieb, tauchen an diesem Tag aber selten auf.
- Die Herkunft dazusagen. Es ist ein russischer Berufsgedenktag von 2009, kein internationaler Tag einer Organisation.
- Bei Nachwuchsprogrammen hinsehen. Der Personalmangel ist gemessen; die Wege hinein sind es weniger.
- Die eigene Geschichte kennen. Zuse, Zemanek und Wirth sind drei Anlässe, an denen sich der Tag im deutschsprachigen Raum besser festmachen lässt als an einer russischen Verordnung.
Am 13. September steht dieser Termin neben dem Tag des offenen Denkmals. Der Kontrast ist reizvoll: Der eine Tag öffnet Gebäude aus Stein, die Jahrhunderte überdauert haben, der andere feiert ein Handwerk, dessen Ergebnisse nach fünf Jahren als veraltet gelten.