Internationaler Parking Day
Der Internationale Parking Day fällt auf den dritten Freitag im September, 2026 also auf den 18. Er begann 2005 als Kunstaktion in San Francisco – und in Mitteleuropa braucht er eine Sondernutzungserlaubnis.
| Datum | 17. September 2027 |
|---|---|
| Regel | 3. Freitag im September |
| Ausgerufen von | Rebar |
| Art | Internationaler Aktionstag |
| Tag im Jahr | 260 von 365 |
| Wochentag | Freitag |
Der Internationale Parking Day fällt auf den dritten Freitag im September; 2026 ist das der 18. September. Er begann 2005 in San Francisco als Kunstaktion des Gestalterkollektivs Rebar: Sie mieteten einen Parkplatz an einer Parkuhr, rollten Rasen aus, stellten einen Baum und eine Bank darauf – und blieben, bis die Zeit ablief.
Warum es diesen Tag gibt
Der Ausgangspunkt war eine Beobachtung über Flächen. Einer der Rebar-Gründer, John Bela, formulierte sie so: Rund 70 Prozent des Straßenraums seien für Fahrzeuge reserviert, während für Menschen zu Fuß oder auf dem Rad nur 20 bis 30 Prozent blieben.
Die Aktion machte diesen Umstand für zwei Stunden sichtbar, und zwar mit einem Trick: Wer eine Parkuhr bezahlt, hat die Fläche gemietet. Was er darauf tut, steht nicht in der Gebührenordnung. Rebar nutzte also die Regel selbst, statt sie zu brechen.
Nach einer Flut von Anfragen veröffentlichte die Gruppe eine Anleitung zum Nachmachen unter offener Lizenz. Damit war die Sache keine Kunstaktion mehr, sondern ein Format: Seither findet der Parking Day am dritten Freitag im September auf sechs Kontinenten statt.
Worum es geht: die Fläche, über die niemand spricht
Der Parking Day argumentiert nicht gegen das Auto, sondern über Flächenverbrauch. Das ist ein Unterschied, der in der Debatte oft untergeht.
Ein Pkw steht den größten Teil seines Lebens still. Er braucht dafür einen Platz zu Hause, oft einen zweiten am Arbeitsplatz und rechnerisch Anteile an jedem Parkplatz vor Geschäften, Ämtern und Arztpraxen. Diese Flächen sind im Stadtbild so selbstverständlich, dass sie nicht als Nutzung wahrgenommen werden, sondern als Zustand.
Genau das kehrt die Aktion um. Sobald auf einem einzigen Stellplatz Bänke, Pflanzen oder ein Tisch stehen, sieht man, wie viel Fläche ein Stellplatz eigentlich ist – und wie viele davon nebeneinanderliegen.
Ein Vergleich macht die Größenordnung greifbar: Ein Pkw-Stellplatz misst je nach Norm etwa zwölf bis dreizehn Quadratmeter. Das ist die Fläche eines kleinen Zimmers – und in einer Straße mit Längsparkern auf beiden Seiten liegen davon Dutzende hintereinander, ohne dass sie jemand als Raum wahrnimmt.
Aus dem Format ist längst eine Bauform geworden: Das Parklet, eine dauerhaft auf Stellplätzen errichtete Plattform mit Sitzgelegenheiten, gibt es heute in vielen Städten als reguläres Angebot der Verwaltung. Der Aktionstag hat sich damit selbst überflüssig gemacht – im besten Sinn.
Ein beweglicher Termin, und warum das hier Sinn ergibt
Anders als die meisten Einträge dieses Kalenders hat der Parking Day kein festes Datum, sondern liegt auf dem dritten Freitag im September – 2026 auf dem 18.
Das ist bei diesem Format keine Formsache. Eine Aktion, die einen Parkplatz für einen Nachmittag belegt, braucht einen Werktag: Am Sonntag wäre die Fläche ohnehin leer und die Botschaft verpufft. Und sie braucht Publikum, das vorbeikommt – am Freitagnachmittag in der Innenstadt gibt es das.
Für die Suche heißt das dasselbe wie beim Tag des offenen Denkmals: Wer sich das Datum vom letzten Jahr merkt, liegt im nächsten falsch.
In Deutschland, Österreich und der Schweiz
In allen drei Ländern finden Aktionen statt, getragen von Verkehrsinitiativen, Umweltverbänden, Architekturbüros und Stadtteilgruppen – nicht von einer zentralen Stelle. Es gibt keinen nationalen Träger, und das ist Teil des Konzepts: Die Anleitung ist offen, jede Gruppe macht ihre eigene.
Praktisch hängt in Mitteleuropa alles an einer Frage, die in San Francisco 2005 nicht gestellt wurde: Darf man das? Und die Antwort ist hier meist eine andere als dort.
Die Straßenverkehrsordnungen der drei Länder kennen den Begriff der Sondernutzung: Wer öffentlichen Verkehrsraum für etwas anderes als den Verkehr nutzt, braucht in der Regel eine Erlaubnis der Kommune. Eine bezahlte Parkuhr allein genügt hierzulande nicht als Rechtsgrundlage, um dort einen Rasen auszurollen.
Die etablierten Gruppen beantragen deshalb vorher eine Sondernutzungserlaubnis – was den Charakter der Aktion verändert. Aus einer Intervention ohne Erlaubnis wird eine genehmigte Veranstaltung. Manche halten das für die Entschärfung der ursprünglichen Idee, andere für den Beweis, dass sie angekommen ist.
Wer mitmachen will, klärt das also mit dem Ordnungs- oder Tiefbauamt der eigenen Stadt, nicht mit der Parkuhr.
Ein zweiter Unterschied zu den Vereinigten Staaten betrifft die Gebühren. In vielen Innenstädten der drei Länder ist Anwohnerparken deutlich billiger als der Quadratmeterpreis derselben Fläche in jeder anderen Verwendung. Wer die Rechnung aufmacht, findet dort das eigentliche Argument des Tages – und es ist ein wirtschaftliches, kein moralisches: Die Fläche wird nicht knapp bepreist, obwohl sie knapp ist.
Was man tun kann
- Vorher die Sondernutzung klären. In Deutschland, Österreich und der Schweiz reicht die bezahlte Parkgebühr nicht aus.
- Klein anfangen. Ein Stellplatz, ein paar Stühle, Pflanzen – das Format lebt nicht von Aufwand, sondern vom Kontrast.
- Die Fläche benennen. Ein Schild mit der Quadratmeterzahl des Stellplatzes wirkt oft stärker als die Aktion selbst.
- Nach Parklets fragen. Viele Städte haben inzwischen ein reguläres Verfahren dafür; der Aktionstag ist der Anlass, es zu erfragen.
- Beim Datum aufpassen. Dritter Freitag im September, nicht ein festes Datum.
Am 18. September steht dieser Termin neben dem Welttag des Bambus und dem Internationalen Tag für gleiches Entgelt. Von den dreien ist er der einzige, der ohne Organisation dahinter auskommt: Was ihn trägt, ist eine frei kopierbare Anleitung.